Kaffeeröstanlage planen: Kapazität, Fläche, Gas, Strom und Logistik
Kaffeeröstanlage planen in sieben Schritten: vom Jahresabsatz zur Röstleistung, Linienaufbau, Fläche und Lager, Gas und Strom, Logistik und Behördengespräche.
Kurz gesagt: Wer eine Kaffeeröstanlage plant, rechnet zuerst den Jahresabsatz in Rohkaffee und Röststunden um und wählt danach Röster, Förderung, Mahlen und Verpacken passend dazu. Erst dann folgen Halle, Bodenlast, Gasanschluss, Stromversorgung und Warenfluss. Behörden, Gasversorger und Schornsteinfeger sollten vor der Bestellung eingebunden sein, nicht danach.
Eine Röstanlage scheitert selten am Röster. Häufiger passt die Halle nicht zur Maschine, der Gasanschluss trägt die Leistung nicht, die Mühle bremst die Linie, oder der Lkw mit Rohkaffee findet keinen sinnvollen Platz zum Entladen. Alle diese Punkte lassen sich auf dem Papier lösen, solange noch nichts bestellt und nichts gebaut ist.
Der Leitfaden ordnet die Planung in eine Reihenfolge, die sich in Projekten bewährt hat. Er richtet sich an Röstereien, die vom Ladengeschäft in ein eigenes Röstwerk wechseln, an Lohnröster und an Investoren, die ein Projekt bewerten.
Die Reihenfolge der Planung
- Absatzplan in Tonnen Röstkaffee pro Jahr, mit Produktmix und Spitzenmonaten.
- Rohkaffeebedarf und erforderliche Röstleistung pro Stunde.
- Linienaufbau von der Annahme bis zur Palette.
- Flächen, Raumhöhe und Bodenlast.
- Gas, Strom, Druckluft und Abluft.
- Logistik innerhalb und außerhalb des Gebäudes.
- Abstimmung mit Behörden und Versorgern.
Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Wer mit der Halle beginnt und die Maschine hineinplant, landet oft bei einem Kompromiss, der über Jahre Geld kostet.

Von der Jahresmenge zur Röstleistung
Kafgar gibt die Leistung seiner Röster in Kilogramm Rohkaffee pro Stunde an, bei drei Chargen pro Stunde und Röstzeiten von 12 bis 16 Minuten. Die folgende Rechnung ist eine Schätzung mit typischen Annahmen, die Sie durch eigene Werte ersetzen.
Ein Röstwerk plant 500 Tonnen Röstkaffee pro Jahr. Bei 15 Prozent Röstverlust sind das rund 588 Tonnen Rohkaffee. Mit 250 Arbeitstagen, sieben produktiven Röststunden pro Schicht und 85 Prozent Verfügbarkeit ergibt jede Schicht rund 1.488 Röststunden im Jahr.
- Einschichtig braucht die Anlage rund 395 kg Rohkaffee pro Stunde. Ein KR-120 mit 360 kg pro Stunde reicht nicht. Ein KR-240 mit 720 kg pro Stunde liefe bei gut der Hälfte.
- Zweischichtig sinkt der Bedarf auf rund 198 kg pro Stunde. Ein KR-120 liefe bei gut der Hälfte, ein KR-60 mit 180 kg pro Stunde wäre zu klein.
- Dreischichtig wären es rund 132 kg pro Stunde, die ein KR-60 bei etwa drei Vierteln seiner Leistung schafft, ohne freie Schicht für Wartung.
Planen Sie zudem nicht nach dem Jahresdurchschnitt. Liegt der stärkste Monat deutlich darüber, muss die Anlage diesen Monat mit dem verfügbaren Personal schaffen.
Die Linie von der Annahme bis zur Palette
Eine vollständige Linie umfasst diese Stationen, wobei nicht jede Anlage alle braucht:
- Rohkaffeeannahme über Sackschüttung oder Big-Bag-Station.
- Rohkaffeesilos als Puffer, getrennt nach Herkunft. Silos liefert Kafgar als Teil des Projekts zu.
- Förderung zum Röster mit Förderern, Schneckenförderern oder Z-Elevatoren, die Kafgar selbst baut.
- Ein Entsteiner, der Steine und schwere Fremdkörper vor Röster und Mühle abscheidet.
- Der Röster mit Kühlung, Zyklon und Nachverbrennung.
- Mischer für Blends nach der Röstung.
- Röstkaffeesilos zum Entgasen und als Puffer vor dem Mahlen, ebenfalls zugeliefert.
- Mühlen der KM-Reihe für Filter bis sehr feinen Mahlgrad.
- Verpackung für Bohne und gemahlenen Kaffee, als zugelieferte Maschinen im Projekt.
- Ein Labor für Proberöstung und Cupping, ebenfalls zugeliefert.
Eine erste Produktionslinie besteht oft aus Röster, Beschickung, Entsteiner, Nachverbrennung und einer Mühle. Silos, Mischer und weitere Verpackung kommen mit dem Volumen dazu. Der Grundriss sollte diese Erweiterungen von Anfang an vorsehen.
Die Kapazitäten müssen zueinander passen. Ein KR-120 bei Nennleistung liefert bei 15 Prozent Röstverlust rechnerisch rund 306 kg Röstkaffee pro Stunde. Die wassergekühlte KM-300W mahlt 250 bis 400 kg pro Stunde im Filtermahlgrad, aber 140 bis 180 kg pro Stunde im sehr feinen Mahlgrad für türkischen Kaffee. Wer überwiegend fein gemahlenen Kaffee verkauft, braucht eine zweite Mühle oder längere Mahlzeiten als Röstzeiten.

Fläche, Raumhöhe und Bodenlast
Pauschale Quadratmeterzahlen helfen wenig, weil Lagerreichweite und Produktmix die Fläche stärker bestimmen als die Maschinen. Planen Sie stattdessen von den Einzelflächen her: Maschinenaufstellung mit Wartungsgängen, Verkehrswege für Stapler, Rohkaffeelager, Röstkaffeepuffer, Verpackung, Fertigwarenlager, Labor und Sozialräume.
Das Rohkaffeelager wird oft unterschätzt. Bei 588 Tonnen im Jahr verarbeitet das Werk rund 49 Tonnen Rohkaffee pro Monat. In Säcken zu 60 kg sind das rechnerisch etwa 820 Säcke für einen Monat Reichweite, eine Schätzung, die mit der gewünschten Lagerdauer und der Sackgröße der Herkünfte schwankt.
Die Raumhöhe ergibt sich aus Röster, Elevator, Silos und Abluftführung. Ein KR-120 misst 350x420x320 cm und wiegt 3.200 kg, ein KR-240 wiegt 5.000 kg, ein KR-500 12.000 kg. Ab dieser Größenordnung gehört ein Statiker früh ins Projekt.
| Modell | Charge (kg) | Leistung (kg pro Stunde) | Wärmeleistung (kW) | Anschlussleistung (kW) | Gewicht (kg) | Versand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| KR-60 | 60 | 180 | 93 | 11 | 1.800 | Holzkiste |
| KR-120 | 120 | 360 | 140 | 18,5 | 3.200 | Direkt in den Container |
| KR-240 | 240 | 720 | 140 | 12 | 5.000 | Direkt in den Container |
| KR-500 | 500 | 1.500 bis 2.000 | 290 bis 600 | 45 bis 55 | 12.000 | Direkt in den Container |
Der KR-500 arbeitet mit Röstzeiten von 12 bis 18 Minuten, die übrigen Modelle mit 12 bis 16 Minuten.
Gas und Strom
Alle Kafgar-Industrieröster werden mit Flüssiggas, LNG oder Erdgas beheizt und sind CE-gekennzeichnet nach der EU-Gasgeräteverordnung (EU) 2016/426 (Gasmodelle). Die Wärmeleistung in der Tabelle ist die Brennerleistung, nicht der Verbrauch. Für den Gasversorger zählt die Summe aller Brenner, also Röster und Nachverbrennung. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Röstprofil, Chargenzahl und Röstgrad ab und wird im Projekt ermittelt.
Mit Erdgas aus dem Netz ist vor allem die Anschlussleistung zu klären. Bei Flüssiggas kommen Tankgröße, Aufstellort und Belieferung hinzu, was der Flüssiggaslieferant mitplant.
Beim Strom sind die Röster nur ein Teil der Last. Ein KR-120 mit 18,5 kW und eine KM-300W mit 15 kW Motorleistung ergeben zusammen schon 33,5 kW, dazu kommen die Kältegruppe der Mühle, Förderer, Druckluft für die Verpackung, Beleuchtung und Lüftung. Die Standardausführung der Röster ist 380 V Drehstrom, 50 bis 60 Hz, der KR-500 arbeitet mit 380, 400 oder 480 V. Ein Elektroplaner legt mit Gleichzeitigkeit und Anlaufströmen den Hausanschluss fest.
Logistik innen und außen
Der Warenfluss sollte in eine Richtung laufen: Rohkaffee herein, Röstkaffee und Fertigware hinaus, ohne Kreuzungen. Eine Rampe oder ein ebenerdiges Tor mit Platz für einen Sattelzug erleichtert Annahme und Versand. Getrennte Bereiche für Rohkaffee und verpackte Ware erleichtern Hygiene und Lagerführung.
Bedenken Sie auch die Anlieferung der Maschinen selbst. Kafgar verschickt Maschinen bis zum KR-60 in maßgefertigten Holzkisten, ab dem KR-120 werden die Röster direkt in den Container geladen. Für das Entladen und Einbringen brauchen Sie Kran oder schweren Stapler sowie eine Öffnung, die zu den Maßen passt.
Behörden und Versorger einbinden
Vor der Bestellung sollten diese Gespräche geführt sein: mit der zuständigen Immissionsschutzbehörde zur Abluft, mit dem Bauamt zur Nutzung des Gebäudes, mit dem Schornsteinfeger zur Abgasführung, mit dem Gasversorger zur Anschlussleistung und mit der Lebensmittelüberwachung zu den Anforderungen an den Betrieb. In Österreich und der Schweiz tragen die zuständigen Stellen andere Namen, die Fragen sind dieselben. Welche Auflagen gelten, legt die Behörde am Standort fest.
Ein Beispiel aus Äthiopien
2022 hat Kafgar eine Röstanlage in Äthiopien für ein Kaffeeunternehmen mit eigenen Cafés ausgestattet. Die Anlage kombiniert einen KR-10 mit 10 kg Charge und einen KR-20 mit 20 kg Charge, dazu zugelieferte D10-Mühlen sowie Ausrüstung für Proberöstung und Cupping. Kafgar hat Rösten, Mahlen und Qualitätskontrolle als ein Projekt geplant, damit die Kapazitäten vom ersten Produktionstag an zusammenpassen. Kurze Läufe können auf den kleineren Röster gehen, während der größere die Hauptmenge röstet. Jede neue Partie Rohkaffee wird vor der Produktion probegeröstet und verkostet. Die Fallstudie zur Röstanlage in Äthiopien beschreibt das Projekt.
Häufige Fragen
Kann eine Röstanlage klein starten und später wachsen?
Ja. Förderer, Entsteiner und Nachverbrennung lassen sich an eine bestehende Linie anfügen. Voraussetzung ist ein Grundriss, der Platz für Silos, eine zweite Mühle oder einen weiteren Röster freihält.
Wer installiert die Anlage?
Bei Röstanlagen montiert das Kafgar-Team die Anlage vor Ort und begleitet die ersten Röstungen. Die Anschlüsse an Gas, Strom und Abgasanlage werden in der Regel nach den örtlichen Vorschriften von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt und abgenommen.
Welche Maschinen baut Kafgar selbst?
Kafgar baut Röster, KM-Mühlen, Entsteiner, Nachverbrennungen, Förderer, Elevatoren und Mischer. Silos, Verpackungsmaschinen und Laborausrüstung liefert Kafgar als Teil des Projekts zu.
Was kostet die Planung?
Für Röstanlagen erstellt Kafgar auf Anfrage eine kostenlose Investitionsschätzung. Grundlage sind Ihre Zielmenge, der Produktmix und die Daten des Gebäudes.
Ihre Röstanlage mit Kafgar planen
Kafgar plant Kaffeeröstanlagen als ein Projekt, die zugelieferten Maschinen eingeschlossen. Senden Sie uns Zielmenge, Produktmix und Gebäudedaten mit Fläche, Raumhöhe, Gasart und Stromanschluss, und wir legen die Linie mit Ihnen aus.
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